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Tapios Wild in der Wildkamera
In den Grenzgebieten von Wild und Fisch
Der späte Herbst und die beginnende Winterzeit sind die Zeit des Waldwilds. Die Elchjagd ist noch in vollem Gange, die Bärenjagd ist bereits beendet. Auerhühner, Hasen, Wildschweine und Rehe sind ebenfalls begehrte Beute.
Bei der Jagd auf Großwild in Finnland zeigt sich gleichzeitig, was die Menschen auf dem Land noch bewegt und zusammenbringt: der gemeinsame Jagdverein der Nachbarschaft. Ansonsten einsame und abgelegene Hütten- und Waldwege können plötzlich dicht mit ausgerüsteten Truppen in leuchtenden Farben und Autos am Straßenrand fast wie bei den besten Tanzfesten besetzt sein. Es gibt viel Aufregung und Gesprächsstoff.
Auch wenn Dorfschulen bereits vom Aussterben bedrohte Raritäten sind und viele Vereine keine Nachfolger finden, blühen die Jagdgesellschaften weiter auf. Manchmal wurde eine Überalterung als Problem befürchtet, aber es gibt immer mehr Beispiele für junge Menschen und Frauen, die den Vereinen beitreten, einschließlich Rückkehrer.
Die Bedeutung der Jagd erhält auch in Südkarelien neue Dimensionen. Eine davon ist das zukünftige Wildnis- und Naturkulturmuseum, dessen Standort überraschenderweise Imatra wurde. Das Zentrum soll im Rathaus am Vuoksi voraussichtlich bis 2025 entstehen.
Besonders unterstützenswert ist die in den Vorabinformationen zum Museum prominent hervorgehobene Ausrichtung, die die Verbindung von Wildnis- und Naturkultur betont, keineswegs deren Trennung oder Gegensätze. Jagd, Fischerei, alle Arten von Wandern und die Erholungsnutzung der Natur werden als Teil eines neuartigen Museumskonzepts erwähnt.
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt in den Zielen des nationalen Zentralmuseums, das nach Imatra kommt, ist der Tourismus. Die Aufgabe des Museums ist es, neben Wissen und Aktivitäten auch touristische Anziehungskraft zu schaffen, und dies ist offensichtlich einer der Gründe, warum Imatra als Wiege der finnischen Tourismusgeschichte im Wettbewerb ausgewählt wurde.
Auch wenn noch keine Informationen über die Inhalte vorliegen und die Perspektive wohl landesweit ist, ist es wichtig sicherzustellen, dass auch die Jagd und Fischerei unserer Region dort ihren Platz finden. So wie Imatra andere Aktivitäten seiner Region von Ruokolahti, Rautjärvi und Parikkala sammelt und vereint, könnte das Museum auch ein Schaufenster für die gesamte Wildniskultur der nördlichen Spitze, sowohl die vergangene als auch die gegenwärtige, sein. Was ist darüber bekannt und könnte zukünftigen Wildnistouristen präsentiert werden? Aus Parikkala zum Beispiel wurden in den besten Wildnisgebieten bekannte, aber für Südkarelien seltene Informationen über rituelle Bärenjagden mit Schädelbäumen aufgezeichnet. Einige Zaubersprüche mit präzisen Anreden und Beschwichtigungen an das Tier sind erhalten, ebenso wie Fallsteller-Verse und sogar Zaubersprüche für Hasen, Vögel und Eichhörnchen.
In Ruokolahti findet man einen gelebten Jahreszyklus von Jagd und Fischerei. Davon zeugen Ortsnamen, wie die auf ein samisches Winterdorf zurückgehende Nomenklatur oder Syyspohja und Hauklappi. Aus letzterem sind aus dem 16. Jahrhundert „Hechtbauern“ bekannt, die Hechtsteuer an die Burg Viipuri zahlten.
Der Stolz von Rautjärvi, der Hiitolanjoki, auch bekannt als Kokkolanjoki, war ein Weg für die alten Karelier, die in die Wildnis zogen, immer zu weiteren Gewässern. Hinter den Namen könnten ein „Hiisi“ als Opferhain des Waldes und ein „Kokko“ entweder als Feuer oder als Adler verborgen sein. Die älteste Lachsjagd wird historisch vielleicht durch das Harpunieren und andererseits durch den Bau von „Kolut“, also passiven Wehrfallen, repräsentiert.
Auch heute noch sind die Wildnisgebiete von Ruokolahti-Rautjärvi die größten Winterweiden für Elche in der Region. In Simpele werden die Aussichten auf die Rückkehr der Wanderfische endlich klarer, obwohl ein fischereiwerter Bestand an Ladoga-Lachs noch ziemlich lange auf sich warten lassen wird. In der Region Parikkala könnte die Jagd in Zukunft vielleicht durch Wildschweine und kleinere Hirsche bereichert werden.
Aber was bedeutet das alles für den Jagd- und Angeltourismus? Kann es mehr sein als Jagdlizenzen und Besuche bei Vereinsjagden oder gelegentliche Schleppangeltouren auf den Seen?
Vielleicht wären auch neue Arten von Führern nötig, die als Schnittstelle zwischen den gewohnten lokalen Praktiken und interessierten Gelegenheitsamateuren oder Touristen des Wildnislebens fungieren könnten.
Es wäre auch angebracht, eine Art Vermittlungsstelle zu schaffen, um Wildfleisch oder lokal gefangenen Fisch immer mehr interessierten Käufern zugänglich zu machen. Dies ist in Finnland nirgendwo sonst besonders einfach, aber sicher ließe sich etwas tun, um die Situation zu verbessern.
Erlebnisse der Wildnistraditionen können auch anders als im Kern der Sache, also durch Jagen und Fischen, realisiert werden. In Kesälahti ist die einst auf dem Weg von Juhana Kainulainen errichtete Bärenfalle, der sogenannte „Karhunlitsku“, eine wunderbare und seltene Sehenswürdigkeit. Nur die Vorstellungskraft – und natürlich das Jagd- und Fischereigesetz – setzen den Gemeinden, Vereinen und Unternehmern Grenzen, was sie alles erfinden können, um zahlende Wildnistouristen anzulocken.
-Rajamaisteri