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WEIHNACHTSGESCHICHTE AUS DEN GRENZGEBIETEN
Es war einmal, zur Zeit der Espenruderboote und Lagerfeuer, ein Stammessplitter, der sich hier und da gesammelt hatte und nachdem er genügend sprudelnde Stromschnellen hinaufgestiegen war, beschloss, an den Ufern gemäßigter Seen Halt zu machen. Hier ließ es sich gut leben: Es gab genug Fisch und Wildfrüchte. Dann stieg der Rauch der Brandrodung auf, Steckrüben und Roggen gediehen. Das Volk wurde wohlhabend.
Als Generation um Generation von den moorigen Hügeln gesprungen war, tauchte jemand vom Grund des Wassers ein besonderes Erz auf. Ein anderer verbrannte es mit Feuer, und bald wurde es an den Ufern bearbeitet. Man hatte einen guten Stoff für Speerspitzen, Pfeilspitzen – und unter die harte Sohle eines besonderen Tieres, das man gegen Felle getauscht hatte, gewonnen.
Man begann, vom Kreuz zu tuscheln. Bald sah man es am Hals von Kapuzenträgern, ihre Sprache war seltsam. Man hatte auch schon eine weitere lose Steinburg gesehen, mitten im großen Fluss, entlang der alten Route. Von hier kamen immer wieder neue Eisenhemden-Schwertmänner, Schmiede, auch die Träger anderer Abgaben.
Bald nannte der Nachbar seinen Nachbarn mal Schwede, mal Russe. Obwohl sie sich auf die gleiche Weise unterhielten. Und es reichte nicht, zur Vorsicht, ob nicht schon das vertraute graue Blockdorf in Flammen stand, wenn nicht Schlimmeres. Die Sicherheit vor den Feinden war eine versteckte Hütte in der Wildnis, obwohl man behauptete, dass schon irgendwo Bilder in Felsen und Steine geritzt waren.
Schließlich hatten die, die sich selbst in Richtung Sonnenaufgang mit der Hand bekreuzigten, die Prüfungen satt, und es begann eine Migration in andere Länder. Diejenigen, die blieben, wechselten ihr Blut. Auch die Bewohner der Einöde, die wenigen Lappen, zogen sich zurück. Jemand scherzte: Die Großväter verstehen die Nebel der Savo-Männer nicht…
Nun schwitzte der von den Ankömmlingen errichtete Teerofen eine schwarze Flüssigkeit. Diese kauften gierige Kaufleute und Deutsche auch weiter entfernt, nicht nur an den Ufern von Aallokas im alten Käk’salmi, sondern auch westlicher an den Saimaa-Gewässern am Ufer von Lappeenranta. Und das Netz gab immer noch Silberflossen und Rotfleischiges, selbst von weither kommend.
Doch das Füllen der Fässer dauerte nicht lange, denn wieder erklang die Kriegstrommel und ein langer Marsch begann. Als das Getöse endlich verstummt war, wurden anstelle von Steinen Zeichen der Mächte auf in Gummi gewickelte Rollen geschrieben.
Dennoch, manchmal war das Glück auf Seiten des karelischen Volkes, das bald seinen alten Pflug und seine Felder aufgab und, nachdem es von den Erfahrensten das Wort erhalten hatte, selbst nach St. Petersburg aufbrach, das als Wunder der Ingermanländer bezeichnet wurde.
Dort waren wohl auch die Straßen vergoldet, und sie kauften alles, selbst kleine Steine. Nun, zumindest die großen. Und Bretter, Planken, Sommerbutter, Kaulbarsche...seltsam war auch die Erfindung eines solchen Kachelofens, dessen Brennstoff Brennholzstücke waren. Jemand musste sie schüren und die Kinder der besseren Leute stillen und als Dienstmädchen arbeiten. Also los!
Auch für die Kuhherden gab es im Kirchspiel Parikkala wieder Deckung, und die Wege waren voll mit Paaren und ihren Herden. Auf der Simpele-Seite begann wieder ein seltsames Bauwerk aus roten Ziegeln am rauschenden Schwellen zu entstehen…
Bis hier und da die rote Flagge wehte und man sich Schießereien lieferte. Als der Kampf beendet war, gab es auf dem Weg nach St. Petersburg eine Schranke, und das Volk kehrte in seine Ställe zurück. Man sah dennoch Mähwerke und Rechenmaschinen, Klee spross aus dem Heuland. Das Graben der Kanäle, das unterbrochen worden war, wurde fortgesetzt. Irgendwo funkelte elektrisches Licht.
Doch wieder stieg eine bedrohliche Wolke aus dem Osten auf, und dahinter offenbarte sich den Kirchgängern des Eisernen Sees ein Blechhimmel: Mit Laken bedeckt stürzte man sich in den Schneewehen. Auch diejenigen, die weiter entfernt Widerstand leisten mussten, trugen Schneetarnanzüge. Nun dröhnte die Kriegstrommel immer lauter, die Sense des Feindes mähte die Ernte des Lebens. Dieses gottlose Treiben wurde auch als Sommerkrieg fortgesetzt, bis es schließlich Zeit war, die Schwerter zu Pflugscharen zu schmieden. Wieder wurden die Schreibgeräte hervorgeholt, diesmal zog man schon mit dem Lineal. Man nahm ein Stück, schnappte sich ein Drittel, teilte sogar das Kirchspiel. Die Seen und Flussläufe wurden durchtrennt, entlang derer einst die Alten hierher reisten. Man wurde zwar nicht versklavt: Das Leben ging weiter, wenn auch mit trüben Gedanken.
Es gab noch einen weiteren Volksaufstand in Spitzen-Karelien. Als neue Schürfer der Erzader, als Staat der Wächter, als Schülerumzüge, als mächtige Molkerei, als Baseballspieler, als Erwecker des Landgeistes...sowie in den Arbeiten der Schmiede, wo Blech gebogen, Eisen gebrochen, aus dem Huf ein Gummirad gemacht wurde. Damit brach die Moderne an.
Doch bald ging der eine, dann der andere. Der fahrende Laden fuhr noch, bis er aufhörte, sich zu bewegen. Der Laden schloss, die Post verschwand. Das alte Volk triumphierte, die junge Generation zog weg. Dies war die letzte Phase.
Einer fragte, dann ein anderer: Wohin gehen wir jetzt, wohin sollen wir unsere Schritte lenken? Schon wurde ein Berater gerufen, auch als Zuchtmeister der Gemeinde. Er gab einen namenlosen Rat, hob den Lohn um die Hälfte: Hier braucht es Lebenskraft, nicht Todeslethargie, hierfür ein starkes Heilmittel, es gibt nur noch ein kleines Aber…
Versuch oder Irrtum, Tourismus oder Flucht? Woher kommt hier ein Tourist, wenn es einem Nudisten hier zu kalt ist? Haben wir Geschäfte, wenn man nur Fertiggerichte serviert? Wer bedient hier, wenn jeder nur in seinem Nabel bohrt?
Er saß in Besprechungen, Kaffee und Gebäck wurden verzehrt, man sah die Rücklichter der Autos, die besten Weihnachtsbeleuchtungen. Bald schreckten die Herren zusammen, klangen die Glocken schon, bekommen wir nun Aufmerksamkeit oder das letzte Urteil? Der Polarstern leuchtete in der Nacht, tadelte nicht, obwohl er ging. Hier fehlt nichts – mit Freude, mit Flüchen in den Grenzgebieten.
-Grenzmeister
