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Artikel veröffentlicht 26.08.2021

Aus den Grenzgebieten des Bautenschutzes und des Verfalls


Aus den Grenzgebieten des Bautenschutzes und des Verfalls

 

Als sich eine seltene Gelegenheit bot und ich ein freies Wochenende hatte, beschloss ich, nach Jahren wieder einmal das vielleicht am meisten ungenutzte Besucherpotenzial in Parikkala zu besuchen. Es war Schauplatz einer schwierigen Geschichte, einer Handwerksschule und eines bescheidenen Museums. Jetzt ist es in Privatbesitz. Der Rundgang durch den Koitsanlahti-Hof war interessant, obwohl das Gebäude und das Anwesen schon – oder sollte man sagen immer noch – weit von ihren Glanzzeiten entfernt sind. Die nominelle Eintrittsgebühr zahlte man gerne, da es im Inneren immerhin reichlich antike Möbel, Gemälde und Gegenstände zu bestaunen gab, auch wenn nichts davon original ist. Wo mögen die Peitsche, die einst in einer Wandspalte des Gebäudes gefunden wurde, und der steinerne Mörser der Heimatkollektion geblieben sein? Im Museumsamt ist zumindest ein Stück Hoftapete erhalten geblieben. Das Schicksal kulturhistorisch bedeutender alter Gebäude ist oft nicht beneidenswert, besonders wenn ihre Nutzung jahrelang hin- und hergeschoben wird. Im besten Fall kann es so kommen wie im gut finanzierten Kotkaniemi in Luumäki, wo die Erinnerung an P. E. Svinhufvuds Villa als neues Heimatmuseum, aber auch als Café, Veranstaltungs- und Nebendienstleistungsbetrieb weiterlebt. Auch in Rantalinna in Ruokolahti scheint das Leben nach langer Stillephase zumindest in gewissem Maße wieder aktiv geworden zu sein.

Andere Beispiele gibt es viele. Selbst in Stadtzentren – oder vielleicht gerade dort – kann ein bedeutendes altes Gebäude ins Abseits geraten. Es handelt sich nicht immer um ein prachtvolles Gebäude: In Lappeenranta stehen nahe beieinander eine vom Aussterben bedrohte Schule aus dem 19. Jahrhundert und ein praktisch schon zum Abriss verurteiltes Privathaus aus den 1920er Jahren. Mangelnde Nutzung und Vernachlässigung sind Gift.

Was ist dann erhaltenswert und warum? Die Grundvoraussetzung ist oder sollte zumindest die an sich gültige Einteilung des Museumswesens in historische, baugeschichtliche und landschaftliche Werte sein. Die Einteilung ist an sich verständlich und wichtig, aber vielerorts nur feststellend und ineffektiv.

Was wäre, wenn die Fachleute für Denkmalschutz und Raumplanung ein vorausschauendes Kriterium als Wertgrundlage einführen würden, wonach das bauliche Erbe mit seiner Umgebung als wertvoll und berücksichtigenswert für Entwicklungsaktivitäten wie den Tourismus anerkannt würde? Also mit mehr Gewicht und umfassender als bisher: Die Bewertung würde bereits die solidesten Scheunen, die besten Trockenöfen und andere traditionelle Gebäude auch unter dem Gesichtspunkt der Umnutzung umfassen. Dies sollte beharrlich und ermutigend durch verschiedene Anleitungen und Hilfestellungen in die Praxis umgesetzt werden.

Kehren wir nach Parikkala zurück. Wer erinnert sich noch an Ala-Hovi am Argusjärvi-See? Was ist mit Kukonkanta? Hält das Huvitus-Torppa noch die Zeit neben dem Gutshaus Surumäki aus? All diese Orte, wie auch einige Ziele in Uukuniemi und Saari, sind mit der interessantesten Personen- oder Kulturgeschichte der Gegend verbunden, die man sich trotz und ohne Beeinträchtigung der Privatsphäre irgendwie noch zugänglich machen möchte. Dies könnte auch die Eigentümer interessieren, und hierfür könnte man einen Anreiz bieten.

Auf beiden Seiten des Joukionsalmi-Kanals gäbe es auch Aufgaben bei der allgemeinen Instandhaltung der Gebäude. Auf der Seite von Kukkaronlahti blitzt, wenn man beim Vorbeifahren einen Blick erhaschen kann, die als Poutasen-Haus bekannte Besonderheit der lokalen Holzbauweise auf. Mit dem Haus und der Umgebung sind Phasen verbunden, zum Beispiel als frühe dorfinterne Telefonzentrale. Der Ort wäre in vielerlei Hinsicht günstig, aber wie ist der aktuelle Zustand des Gebäudes?

Am Ufer des Simpelejärvi-Sees, an der Meerenge, befindet sich Laatokan Portti, dessen Hintergrund eine etwas neuere Nutzungsgeschichte als Grenzschutzstation aufweist. Auch diese Geschichte ließe sich besser verdeutlichen, besonders wenn der Wachturm an der Straße 6 erhalten geblieben wäre. Dieser wurde jedoch schon vor langer Zeit entfernt, und an seiner Stelle verfallen nun Jahr für Jahr unvollendete Nebengebäude an der besten Aussichtsstelle des Sees.

Natürlich ist die Renovierung, Pflege und sogar die Umsetzung neuer Nutzungskonzepte für alte kulturhistorische Immobilien, beispielsweise in Bezug auf Unterkünfte, Essensdienstleistungen oder Aktivitäten, von vornherein eine solche Aufgabe, dass viele sie gar nicht erst in Angriff nehmen. Projekte erfordern neben Kapital grundsätzlich eine breite, funktionierende Zusammenarbeit und Engagement.

Der einmalige öffentliche Tag des Koitsanlahti-Hofes schien eine angemessene Beliebtheit gefunden zu haben, was sich an den im Laufe weniger Stunden auf dem Hof versammelten Autos ablesen ließ. Viele kamen wohl aus reiner Neugierde an den Ort, darunter auch weit Angereiste.

Welche Möglichkeiten hätte dieser schlummernde Paradeplatz in Parikkala, wenn die Gemeinde gemeinsam nur einige ehrgeizige Schritte vorwärts in der Verschönerung des Gebäudes und des Anwesens sowie in einer neuen, noch offeneren öffentlichen Nutzung unternehmen könnte? Ideen gäbe es genug...

-Rajamaisteri