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Besucher des Publikumstags in Kangaskoski am 20.11.2021

Artikel veröffentlicht 26.11.2021

IN DEN GRENZGEBIETEN DES ALTEN UND NEUEN HIITOLANJOKI


IN DEN GRENZGEBIETEN DES ALTEN UND NEUEN HIITOLANJOKI

Der Hiitolanjoki, immer noch auch als Kokkolanjoki bekannt, war dieses Jahr stark präsent. Sein öffentlicher Wert stieg vor etwa drei Jahren erneut, als die jahrelange Pattsituation bei der Umsetzung einer alternativen Nutzungsform für die an Wasserkraftwerken gebauten Stromschnellen schließlich begann, sich aufzulösen.

Zuerst gelang es der Stiftung für Erholungsgebiete Südkareliens, den Lahnasenkoski zu kaufen. Vor zwei Jahren wurde ein entscheidender Durchbruch erzielt, als auch die oberen und unteren Rita- und Kangaskoski das gleiche Siegel erhielten. Nun ist der Kangaskoski als erster dieser Stromschnellen renaturiert, d.h. in einen fließenden Zustand versetzt und mit Steinen versehen worden, um dem Naturzustand für Wanderfische, insbesondere den Ladogalachs, nahe zu kommen.

Der Lachsaufstieg zum Oberlauf des Hiitolanjoki wurde 1911 unterbrochen, als der Lahnanen-Damm und das Wasserkraftwerk fertiggestellt wurden. Es folgte eine etwa fünfzehn Jahre andauernde intensive Phase des Ausbaus der industriellen Wasserkraft, in der die bedeutenden Stromschnellen des Flusses nutzbar gemacht wurden. Als Nachspiel wurde 1948 ein weiteres Wasserkraftwerk im Fabrikgebiet von Simpele am Juvankoski errichtet, wo allerdings bereits in den 1890er Jahren vorübergehend Strom und dann Wasserkraft für direkt angeschlossene Schleifmaschinen erzeugt worden war. Auch dies ist nun eingestellt worden.

Was bedeutet diese über hundert Jahre andauernde Veränderung der Situation, die in den nächsten Jahren auch zur Freigabe des Lahnasenkoski und Ritakoski führen wird, nun für den Hiitolanjoki? Zumindest, dass die Grundvoraussetzungen für andere Nutzungsmöglichkeiten des Fließgewässers wiederhergestellt sind. Diese andere Nutzung hat sich natürlich in über hundert Jahren verändert. Zum Beispiel sind Flößerei und Wassertransporte bereits Geschichte.

Doch Fischerei und die Bewegung im Gewässer, sowohl für Fische als auch für Menschen, sind, obwohl sie sich in ihrer Art verändert haben, bis heute als Nutzungsformen des Hiitolanjoki erhalten geblieben. In der veränderten Situation muss das Vorkommen von sich natürlich vermehrenden Edelfischen noch genauer untersucht werden.

Erstens ist die Stärkung und Stabilisierung des Bestandes eine Notwendigkeit vor einer großflächigen Freizeitfischerei und deren touristischer Vermarktung. Dazu gehört auch die Behebung eines offensichtlichen Mangels: Es muss nun endlich eine den Kriterien wissenschaftlicher Forschung entsprechende Zählung der Gesamtzahl der Wanderfische im Hiitolanjoki durchgeführt werden. Nur damit können weitere Maßnahmen begründet werden.

Die Zukunft bietet interessante Möglichkeiten auch für Nebenaktivitäten zur Fischerei. Unterwasserfotografen für Lachs und Forelle sind bereits seit Jahren vor Ort, und zuletzt gab es Erfahrungen mit der beliebten WWF-Natur-Live-Unterwasserkamera. Die Überwachung der Aufstiegsphase im Frühsommer und andererseits die Laichüberwachung im Spätherbst wären eine entwicklungsfähige Idee, zum Beispiel mit einem Hybridmodell, bei dem ein Teil davon vor Ort an speziellen Beobachtungsplätzen, ein Teil in Bildschirmen und über Fernverbindungen realisiert würde. Die Präsentation der Fischfauna und anderer Wasserlebewesen, beispielsweise zu Bildungs- und Tourismuszwecken, ist ein Aspekt in der neuen Strömung des Hiitolanjoki, aber nicht der einzige. Kanufahren oder auch nur das Treibenlassen im Flusswasser ist ebenfalls bereichernd. Es gibt Optionen von kurzen Besuchen und Tagesausflügen bis hin zu langen Wasserwanderungen, die am Hiitolanjoki beginnen und über die Wasserscheide bis zum Saimaa reichen.

Die Befahrbarkeit der renaturierten Stromschnellen bleibt abzuwarten, aber dies hat natürlich einen Wert für Liebhaber, der bei den Renovierungen immer rechtzeitig berücksichtigt werden sollte. Eine noch bedeutendere Sache im Wasserverkehr, die einem Durchbruch beim Fischaufstieg gleichkäme, wäre ein spezieller Grenzübergang auf dem Wasserweg entlang des Hiitolanjoki.

Auch wenn man hier niemals einen Vergleich zu offiziellen Grenzübergangsstellen an Land erwarten sollte, müsste man unbedingt schon frühzeitig die Klärung der Vertragsbedingungen, ein finnisch-russisches Jahreskontingent und Gruppenlizenzen in einem bestimmten Zeitraum anstreben. Dies wäre jedoch wahrscheinlich der größte Anziehungsfaktor, der das Tourismusangebot des Hiitolanjoki auf ein ganz neues Niveau heben würde.

Die zentrale Frage für die Zukunft der Stromschnellengebiete in den nächsten Jahren ist, was mit den stillgelegten Kraftwerksgebäuden und Stauanlagen geschieht. Am Kangaskoski ist bereits das Ziel eines Kraftwerksmuseums gesteckt, dessen Wert durch die Ergänzung des ehemaligen Fabrikareals mit Augmented-Reality-Inhalten gesteigert wird. Aus stillgelegten Anlagen lassen sich jedoch kaum Ausstellungsobjekte machen, die mit funktionierenden Anlagen vergleichbar sind. Hier wie auch an den oberen Stromschnellen besteht die Herausforderung der Veränderungen darin, wie die ursprünglich für einen ganz anderen, nämlich für Produktionszwecke konzipierten Kraftwerke in neue Räumlichkeiten und die Aktivitäten um sie herum in touristische Einnahmen umgewandelt werden können? Welche neuen Inhalte können angeboten werden? Wird es sogar ein Restaurant an den Stromschnellen geben?

Kreativität, Zusammenarbeit und die Erforschung von Vergleichspunkten sind also gefragt. Auch die Akteure, die sich seit langem mit dem Fluss beschäftigen, von Vereinen über Stiftungen bis hin zur Gemeinde, suchen nach neuen Rollen oder zumindest einer Präzisierung ihrer Aufgaben. Unternehmer und Unternehmen sind auch am Hiitolanjoki letztlich wichtige praktische Umsetzer, aber sie können nicht alles allein schaffen. Ein Fließgewässer ist immer ein Zusammenspiel vieler Faktoren.

-Grenzmeister